Aktuell

Die Preisträger des 17. Neiße Filmfestival

Drei-Länder-Filmpreis der Sächsischen Kunstministerin für den besten Spielfilm

(gestiftet vom Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus):
„Jiyan” (Leben) von Süheyla Schwenk (DE)
dotiert mit 10.000 €

Laudatio der Jury: "Es gibt keinen negativen Charakter in der Geschichte weder einen Antagonisten noch einen typischen Bösen. Alle Charaktere fühlen sich real, wie echte Menschen an. Das macht dieses Drama über zwei Flüchtlinge in Berlin so herzzerreißend, fesselnd und traurig. Der Film porträtiert die aktuelle humanitäre Krise durch originelle, suggestive, mutige und kompromisslose cineastische Mittel. Es ist ein Film, der einen noch lange nach dem der Abspann abgelaufen ist, weiterbeschäftigt. Süheyla Schwenk und ihr Team haben ein kleines Meisterwerk kreiert. Wir wünschen diesem Meisterwerk ein großes Publikum."

 

Beste darstellerische Leistung

(gestiftet von der Stadt Zittau):
Milan Ondrík und František Beleš für „Nech je svetlo“ (Es werde Licht) von Marko Škop (SK/CZ)
dotiert mit 1.000 €

Laudatio der Jury: "Für die zutiefst berührende Darstellung einer Vater-Sohn-Beziehung in ausgearteten Umständen, war die Jury sich, den Preis für die beste darstellerische Leistung an beide – Milan Ondrík in der Rolle des Vaters und František Beleš in der Rolle des Sohnes im Film “Let there be light” von Marko Škop zu verleihen. Die schauspielerische Herausforderung Spannungen zu zeigen und gleichzeitig Intimität in den chaotischen Krisenzeiten zu spielen, wurde sehr souverän und mit Demut gehandhabt."

 

Bestes Szenenbild

(gestiftet von der Stadt Görlitz):
„Jiyan” (Leben) von Süheyla Schwenk (DE), Szenenbild: Süheyla Schwenk
dotiert mit 3.000 €

Laudatio der Jury: "Das schwierigste Szenenbild, welches man designen kann, ist eins, das einen großen Eindruck auf den Zuschauer macht und gleichzeitig ein Gefühl der Authentizität vermittelt, ohne dass man den Einfluss des Szenenbildners merkt. Hier spielt das Szenenbild eine zusätzliche Rolle und ist nicht nur bloßer Hintergrund für die Charaktere. Es ist ein weiterer Charakter im Film, der eine zusätzliche Ebene in der Geschichte erzählt. Das Szenenbild hat etwas Magisches und gleichzeitig macht es den Eindruck eines Dokumentarfilmes. Eine meisterhafte Kombination von Realismus mit Elementen des emotionalen Szenenbildes."

 

Bestes Drehbuch

(gestiftet vom Liberecký kraj):
„Vlastníci“ (Die Eigentümer) von Jiří Havelka (CZ/SK), Drehbuch: Jiří Havelka
dotiert mit 1.000 €

Laudatio der Jury: "Es ist eine Kunst verschiedenen Charaktere schreiben zu können, die alle eine deutliche und eigene Stimme haben. Es ist auch eine Kunst, eine wundervolle Allegorie über unsere Gesellschaft zu schreiben, indem man nur das Setting einer profanen Wohnungseigentümerversammlung nutzt. Dieses Skript kombiniert Beides. Die Szenen sind zu Teilen spielerisch zu Teilen absurd. Gleichzeitig sind sie aber auch natürlich und realistisch. Die Charaktere reden nur über ihre Wohnungen und ihre Wohnsituation, ohne jedoch zu den größeren Themen des Films abzuschweifen. Und trotzdem funktioniert die Allegorie. Aber die größte Kunst ist es, all das einfach aussehen zu lassen. Und der Autor hat dies geschafft."

 

Bester Dokumentarfilm

(gestiftet von „So geht sächsisch.“):
„Sólo“ von Artemio Benki (CZ/FR/AG/ATL)
dotiert mit 5.000 €

Laudatio der Jury: "Es sind die einfachen, universellen Geschichten, die uns am meisten berühren.Nach langer Zeit sozialer Isolation in einer psychiatrischen Klinik versucht ein talentierter jungen Mann und Künstler sich ins normale Leben zurückzukämpfen. Ohne unnötiges Pathos oder Sensationslust begleitet der Regisseur ihn sensibel bei seinem Kampf, sich als Künstler wieder in die Gesellschaft einzugliedern und geht seiner kreativen Obsession nach. Voll tiefem Respekt für seinen Protagonisten balanciert der Film dabei behutsam zwischen naher Beobachtung und menschlicher Anteilnahme."

Lobende Erwähnungen im Dokumentarfilm-Wettbewerb: „Wieloryb z Lorino“ (Wal aus Lorino) von Maciej Cuske (PL) und „Zustand und Gelände“ von Ute Adamczewski (DE)

Bester Kurzfilm

(gestiftet vom Studierendenrat der Hochschule Zittau/Görlitz):
„Dcera“ (Tochter) von Daria Kashcheeva (CZ)
dotiert mit 1.000 €

Laudatio der Jury: "Die zeitgenössische Animation hat eine wirklich starke Stimme – nicht nur in der diesjährigen Filmauswahl, sondern auch bei europäischen Kurzfilmproduktionen generell. Wir haben uns entschlossen, diesen Fakt in unserer Entscheidung widerzuspiegeln und einen Animationsfilm auszuzeichnen. Mit ihrem Film „Dcera“ (Tochter) nimmt uns Daria Kashcheeva in eine ganz besondere Welt mit. Raue Pappmaché-Figuren in zerbrechlichen, handgemachten Settings erzählen von einem berührenden Konflikt zwischen Vater und Tochter als eine erfrischende Alternative zu den kindlich schematischen Hochglanzbildern des amerikanischen Blockbuster-Kinos. Mit anspruchsvoller Kameraoptik und dem intensiven Spiel mit verschwommenen Bildern, haucht Kashcheeva den Szenen ein intimes Leben ein, welches uns mitnimmt in die Erinnerungen einer Kindheit voller Unbehaglichkeiten, Missverständnisse und Sprachlosigkeit. Insbesondere das Letztere, denn in Kashcheevas Film gibt es keine Dialoge. Stattdessen lässt uns das exzellente Sound-Design noch intensiver nach einem tröstenden Wort sehnen. Ein Film der mehr macht, als nur unsere Phantasie zu beflügeln."

Lobende Erwähnung im Kurzfilm-Wettbewerb: „Bajka na niespokojny sen“ (Keine Gutenachtgeschichte) von Nawojka Wierzbowska (PL)

 

Spezialpreis des Filmverband Sachsen

„Pan Müller – hier geblieben!“ von Patrick Weißig (DE)
dotiert mit 1.000€